Von: Sächsische Mediennetzwerk „SENDERNETZ e.V.“ Betreff: Pressemitteilung "5Minuten" Anlagen: 5Minuten_Projektabschluss_PI.pdf Anlagen hier unter: http://www.osteuropa-netzwerk.net/oe_mit/2011_11/anlagen/5Minuten_Projektabschluss_PI.pdf PRESSEINFORMATION 03.11.2011 5 Minuten „facettenreiche Grenzregion“ Mediathek „5 Minuten Sachsen.Böhmen“ vollständig freigeschaltet ÚSTÍ N.L./BEIERFELD: Mit der Ausstrahlung der 104. Folge der TV-Reihe „5 Minuten“ mit Themen aus der sächsisch-böhmischen Grenzregion ist die Mediathek www.5min-online.eu nun vollständig abrufbar. Die Plattform ist nun mit vielfältigen Themen aus Alltag, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft bis 2016 verfügbar. Mit Unterstützung des EU-Förderprogramms „Ziel3“ produzierten die Vereine Sendernetz e.V. (Grünhain-Beierfeld) und Evropan o.s. (Ústí n.L.) innerhalb von 18 Monaten jeweils 52 thematische Online-Sendungen, die darüber hinaus auch im Regionalfernsehen ausgestrahlt wurden. In den Sendungen konnten den Zuschauern in Sachsen und Böhmen Themen, Sichtweisen und interessante Fakten des Nachbarlandes näher gebracht wurden. Zu den Themenbereichen zählten u.a. Bildungspolitik in beiden Ländern, Umwelt, Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten und Chancengleichheit, wie beispielsweise die Rolle der Frau in beiden Ländern. Über 90.000 Zuschauer „Wir waren über das offene Interesse unserer Zuschauer an Themen hinter der Grenze sehr positiv überrascht“, so die Leiterin des tschechischen Projektpartners „Evropan o.s.“, Pavla Ružicková. Über 90.000 Besucher verfolgten die Sendungen insgesamt allein über das Internet. Auch in Sachsen, wo die Sendung auf einer Kette von 17 regionalen Fernsehsendern ausgestrahlt wurde, zeigt sich die Projektleitung mit den Ergebnissen äußerst zufrieden. Gelungener Informationsaustausch „Es gibt in der Region das grundsätzliche Problem, dass Nachrichten aus dem Nachbarland die Medien praktisch kaum oder gar nicht erreichen. Das zu ändern war unser Ziel und das ist uns gelungen“, resümiert Sendernetz-Projektleiterin Michaela Dostalová. Die unüberwindbar scheinende Sprachgrenze entlang des Erzgebirges konnte im Rahmen der Sendung medial überwunden werden. Wagnis hat sich gelohnt Die Sendungen wurden in Tschechien auf Deutsch mit tschechischen Untertiteln und in Sachsen auf Tschechisch mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt. „Wir waren zunächst gespannt darauf zu sehen, wie die Zuschauer auf die Ausstrahlung der Sendung in der Sprache des Nachbarn reagieren würden. Wir freuen uns jetzt, am Ende der Produktionsreihe, dass sich dieser Mut zum offensiven Umgang mit der „fremden“ Sprache 1 gelohnt hat“, so Projekt-Sprecher Danilo Höpfner. „Die tschechische Sprache im sächsischen Lokalfernsehen erregte die gewünschte Aufmerksamkeit, zunächst mit Verwunderung einiger Zuschauer“, so Höpfner weiter. „Nach dem dritten, vierten Beitrag in der Sprache des Nachbarn war unsere Reihe aber schon keine losen Fremdkörper mehr, sondern fester Bestandteil der Regionalmagazine, auf die sich viele Zuschauer zwischen dem Erzgebirge, Bautzen und Ústí gefreut haben“. Zusätzlich wurden die Sendungen auch Städten, Schulen, Bibliotheken und weiteren öffentlichen Einrichtungen der Region kostenlos auf 4.000 DVDs zur Verfügung gestellt. Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklären Anliegen der Sendreihe war es, den Zuschauern in Sachsen und Tschechien zu erklären, wie und weshalb einige Dinge in beiden Ländern anders funktionieren, zum Beispiel beim Arbeitsmarkt und Bildungssystem oder dem Umweltschutz. „Gleichzeitig war es uns wichtig ebenso deutlich darauf hinzuweisen, wie nahe sich Tschechen und Sachsen auch sind und wie viele gemeinsame Projekte und Themen es heute im Alltag zwischen beiden Ländern schon gibt“, ergänzt Höpfner. Auch das Gewinnspiel mit Wissensfragen zur gemeinsamen Grenzregion, Sachsen und Tschechien und kleinen Preisen zur Weiterbildung wurde mit Interesse angenommen. Der tschechische Kultur-und Medienverein „EVROPAN o.s.“ und das sächsische Mediennetzwerk „SENDERNETZ e.V.“ starteten am 08. Oktober 2010 mit der Ausstrahlung der grenzüberschreitenden Reportagereihe „5 Minuten Sachsen.Böhmen / 5 Minut Cesko.Sasko“. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms „Ziel3“ zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit 2007-2013 zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Unter www.5min-online.eu stehen alle 104 Sendungen in der neuen Mediathek bis 2016 kostenfrei zugänglich zur Verfügung. Dokumentation: Statements zu „5 Minuten Sachsen.Böhmen“ Dr. Christoph Waack, Dozent am Institut für Europäische Studien der TU Chemnitz: „Mit 5 Minuten Böhmen-5 Minuten Sachsen ist ein großes Spektrum von Themen entstanden, die den Menschen in der Grenzregion am Herzen liegen. Von Infrastruktur-Beispielen über kulturelle Beispiele und Umweltprobleme sind sehr viele Bereiche angesprochen worden, die ein großes, facettenreiches Bild der Grenzregion zeigen. Die Grenzregion ist schon heute in vielen Punkten eine relativ lebendige Region. Es gibt Menschen, die grenzüberschreitend kooperieren, auf der lokalen Ebene die Bürgermeister. Auch In Vereinen ist man aktiv. Das ist eine Entwicklung, die in zwanzig Jahren schon recht beachtlich ist. Allerdings ist es wichtig nicht stehen zu bleiben, sondern auch den Prozess der Kooperation weiter zu beschreiten. Michael Schroeter, Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz: “Diese Sendereihe hat sehr viele verschiedene Themen aufgegriffen: alles, was irgendwo die Menschen hier in unserer Grenzregion berührt. Vom Umweltschutz, über Bildungssysteme, Kirchen, aber auch Traditionen, wie die Osterbräuche, die es zum Beispiel sehr unterschiedlich sind. Und man hat sich auch intensiv mit dem Arbeitsmarkt beschäftigt, welche Sorgen die Menschen hier in Bezug auf den Arbeitsmarkt haben. Ich sehe das so, dass das noch ein sehr langer Prozess sein wird, weil die Unterschiede doch noch ziemlich stark sind. Wir haben zum Beispiel hier die Krise besser überstanden und es ist schon wieder ein großer Bedarf an Fachkräften da. Ich denke hier liegen vor allen Dingen die zukünftigen Chancen bei den jungen Menschen, weil wir beiderseits eine ziemlich starke Sprachbarriere haben. Hier kann man nur auf die jungen Menschen bauen, die die Sprache von klein auf in verschiedenen Projekten, Kindergärten oder Schulen in gewissem Maße schon lernen, um dann miteinander besser in Verständigung zu kommen.” 2 Dirk Thärichen, Sprecher Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) a.D.: "Die mediale Zusammenarbeit über die Grenzen von Ländern und Sprachen hinweg ist schon immer ein schwieriges Unterfangen. Der Mitteldeutsche Rundfunk hat „5 Minuten Böhmen“ daher mit großem Interesse verfolgt. Das war ein Stück Pionierarbeit unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der privaten regionalen Fernsehveranstalter." Presseanfragen richten Sie bitte an Danilo Höpfner, presse@sendernetz.de oder 015773853717. Bildmaterial steht Ihnen im Downloadbereich kostenfrei zur Verfügung. 3